Von dem schon seit 1883 vorgesehenen Denkmal für den in Leipzig geborenen Komponisten und Kapellmeister R. Wagner (1813-1883) wurde bisher lediglich der Sockel ausgeführt. Er befindet sich seit dem 15.01.2009 in den Grünanlagen an der Großen Fleischergasse.
Der 2,90 m hohe Sockel mit quadratischem Grundriss (Seitenlänge ca. 2 m) wurde Anfang des 20. Jahrhunderts nach einem Entwurf des Leipziger Bildhauers M. Klinger (1857-1920) geschaffen. Er besteht aus reinweißem Marmor, der in Laas1) (im Vinschgau / Südtirol) gebrochen wurde. Auf drei Seiten sind lebensgroße Charaktere aus Wagners Opern im Relief dargestellt, die vierte Seite war als Vorderseite für eine Inschrift vorgesehen.
Der Sockel sollte ursprünglich auf einer Treppenanlage aufgestellt werden, die das West-Ende des Matthäikirchhofs mit den Grünanlagen des Promenadenrings verband, und ein ca. 5,3 m hohes Marmorstandbild Wagners tragen, das ebenfalls Klinger entwarf. Schon am 08.07.1904 hat das Komitee zur Errichtung eines Richard-Wagner-Denkmals beschlossen, Klinger mit dem Entwurf und der Ausführung zu beauftragen. Die geplante Ausführung verzögerte sich aber immer wieder, vor allem aus Kostengründen. Nach der feierlichen Grundsteinlegung am 22.05.1913 verhinderte der 1. Weltkrieg die Fortsetzung des Projekts; im Jahr 1920 starb Klinger. In den 1920er Jahren machte die Inflation weitere Arbeiten unmöglich. Deshalb wurde der Sockel am 28.08.1924 im östlichen Teil des Klingerhains aufgestellt. - Zu Beginn der 1930er Jahre wurde das Wagnerdenkmal am Promenadenring zugunsten des Richard-Wagner-Nationaldenkmals am Elsterbecken ganz aufgegeben.
Im Volksmund wird der Sockel für das Richard-Wagner-Denkmal oft als »Porno-Würfel« bezeichnet (wegen der drei völlig nackten Rheintöchter).
Am 15.01.2009 wurde der Sockel für das Richard-Wagner-Denkmal aus dem Klingerhain in die Grünanlagen an der Großen Fleischergasse umgesetzt, wo er Anfang Juni 2010 in die wiederaufgebaute Treppenanlage eingesetzt wurde.
