Dr.phil. h.c. et med. h.c. Carl Lampe war Kaufmann in Leipzig. Er war Stadtverordneter und unbesoldeter Stadtrat (1834 bis 1838) von Leipzig.
Im Jahr 1832 war er Mitbegründer des Gustav-Adolf-Vereins. Im gleichen Jahr wurde er Mitglied der Leipziger Freimaurer-Loge Minerva.
Er war im Jahr 1833 Mitbegründer des »Leipzig-Dresdner Eisenbahn-Comiteés«, im Jahr 1835 Mitbegründer der Leipzig-Dresdner Eisenbahn-Compagnie und Mitglied des ersten Direktoriums dieser Gesellschaft. Außerdem initiierte er am 26.11.1836 den Leipziger Kunstverein, dessen Konservator er von 1838 bis zu seinem Tode war, sowie im Jahr 1845 den Allgemeinen Turnverein zu Leipzig, dem er einen Turnplatz auf seinem Grundstück einrichten ließ.
C. Lampe besaß das Gut »Milchinsel«. In Erinnerung an die Völkerschlacht bei Leipzig stiftete er das auf dem Gut errichtete und 1845 erstmals enthüllte Kugeldenkmal, das er 1863 erneuern ließ.
Als Mitinhaber der Drogengroßhandlung Fa. Brückner, Lampe und Co. richtete er 1840 der ein »Pharmacognostisches Museum« ein, das er 1841 der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig überließ.
Anfang der 1840er Jahre kaufte C. Lampe Land im südlichsten Teil der damaligen Gemeinde Schönefeld, das er parzellieren und mit 78 Häusern (zu je sechs Mietwohnungen) bebauen ließ. Den neu angelegten Straßen gab er die Namen seiner vier Kinder Georg (»Georgstraße«, später Melchiorstraße), Heinrich, Clara (»Clarastraße«, heute Teil des Rabet) und Friedrich (»Friedrichstraße«, später Thümmelstraße). Im Jahr 1845 bekam der neue Vorort im Osten Leipzigs den Namen Neuschönefeld.
Am 31.05.1858 schenkte C. Lampe dem Museum für bildende Künste seine aus 1.603 Blättern bestehende Sammlung von Holzschnitten, Kupferstichen, Radierungen, Lithographien u.ä. Kunstwerken, die er bis zu seinem Tod auf 1.795 Blätter erweiterte.
Am 18.07.1860 erhielt C. Lampe die Ehrendoktorwürde der Philosophischen Fakultät der Universität Leipzig.
Im Jahr 1878 wurde C. Lampe zum Ehrenbürger der Stadt Leipzig ernannt; sein Name wurde im gleichen Jahr auch auf dem Eisenbahndenkmal verewigt.
Nachdem er das Pharmacognostische Museum endgültig der Universität schenkte, wurde er 1884 auch zum Ehrendoktor der Medizinischen Fakultät ernannt.
Im Jahr 1884 wurde eine Straße in Leipzig nach Dr. C. Lampe benannt (Lampestraße). Auch die Lampebrücke trug seinen Namen. Vermutlich war auch die »Carlstraße« in Neuschönefeld (heute zur Neustädter Straße) nach ihm benannt.
Dr.phil. h.c. Carl Lampe starb am 15.12.1889 im Alter von 85 Jahren in Leipzig. Er wurde auf dem Neuen Johannisfriedhof beigesetzt; seine Grabstelle und das von ihm selbst entworfene Neorenaissance-Grabdenkmal sind nicht mehr erhalten.